MDR-TB:
Weiterhin verantwortlich für die Betreuung von MDR-Tb-Patienten ist Dr. Daniel Enzinas, welcher sein Büro und seinen Behandlungsraum im ersten Stock des Centro I hat. In mehreren persönlichen Gesprächen erklärte er die Probleme mit diesen Patienten auf dem Land mit der Forderung, dass zur Betreuung dieser Patienten viele andere Menschen mit eingebunden werden müssten (z.B. Bürgermeister, Arzt, Familie, Krankenschwester etc.). Die Betreuung muss gut organisiert sein und die Betroffenen müssten hinsichtlich ihrer Behandlung regelmäßig geschult werden.
Offensichtlich kommt es bei der Behandlung von MDR-Patienten häufig heftigen unerwünschten Arzneinebenwirkungen. Trotz Vorliegen einer staatlichen Anordnung weigern sich die Krankenhäuser, diese Patienten zur Behandlung ihrer Nebenwirkungen aufzunehmen. Die Intensivstationen fordern zurzeit 250US$ pro Tag für solche Fälle, die jedoch kein Patient aufbringen kann. Im nationalen Programm zur Bekämpfung der Tuberkulose bzw. beim Management von MDR-Patienten herrschen weiterhin Neid und Machtkämpfe untereinander.
Am Rande:
Ich nahm wieder an einer Patientenversammlung der Patienten des Centrum I in den Räumen des Roten Kreuzes teil. Wiederum imponierte mir die Wärme und Zuwendung von Dr. Gonzales bezüglich seiner Patienten.
Auch das kleine Direktorium des Roten Kreuzes lud mich zu einer Begrüßungs-veranstaltung ein, bei welcher einige gemeinsame Probleme zur Sprache kamen.
Das Personal der Centren hat mich zu einem kleinen Begrüßungsabend mit Essen eingeladen. Vor meiner Abreise habe ich ebenfalls das Personal der beiden Centren sowie das Direktorium des Roten Kreuzes zu einem Abschiedsessen eingeladen.
Zusammenfassung:
Meine Hauptaufgabe während des diesjährigen Besuches war die Remodulation bzw. –Organisation des Centrums II zu überblicken und organisatorisch noch zu vervollständigen. Der Umbau ist sehr gut gelungen.
Die Leitung der beiden Centren wird weiterhin von Frau Patiño in bewährter Weise durchgeführt. Vor allem ihre Personalpolitik trägt einen hohen Beitrag dazu bei, dass die Mitarbeiterinnen hochmotiviert und gut ausgebildet ihre Arbeit verrichten. Auch die Überwachung und Koordination der Umbauarbeiten im Centrum II erschienen mir von Frau Patiño professionell und korrekt durchgeführt, vor allem was die Unmengen von Schreibarbeiten betrifft.
Für die geleistete Arbeit in Santa Cruz möchte ich mich bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken, zumal es nicht immer einfach ist, unter den Bedingungen dort eine derart hohe Qualität abzuliefern. Das Kuratorium sollte sich bewusst sein, dass hier bezüglich Diagnostik und Therapie hervorragendes geleistet wird.